15 Juli, 2026

Ich treffe Barbara Meier, Spezialistin für angewandte Kinästhetik, im Park des Lindenfelds zum Gespräch. Barbara kommt mit zwei interessant zugeschnittenen Blocs zum Gespräch und schmunzelt, als sie meinen fragenden Blick sieht. Genau aus diesem Grund haben wir uns getroffen, denn Barbara möchte mir im Interview erläutern, was es damit auf sich hat.

Barbara, das ist ein ungewöhnlich zugeschnittenes Hilfsmittel, das neu in jedem Bewohnerzimmer ist. Wofür genau wird es eingesetzt?
Barbara: Noch eine Präzisierung: Dieser Bloc wird im Haupthaus des Lindenfelds in den Bewohnerzimmern zum Einsatz kommen. Im Haus am Teich sehen wir aktuell keinen Bedarf dafür. Wir haben in der Vergangenheit festgestellt, dass viele Bewohnende Mühe hatten ihre Beine bei der Bewegung im Bett richtig einzusetzen. Ein gutes Einsetzen der Beine ist wichtig, um die körperliche Anstrengung und Anspannung zu reduzieren. Darum habe ich gemeinsam mit Erich Weidmann, ehemaligem Wohnbereichsleiter Aabach, sowie Kinaesthetics Ausbildner, einen Prototyp für diesen Bloc entwickelt. Dank einem internen Kontakt konnten wir unseren entwickelten Prototypen umsetzen und im Lindenfeld zu Testzwecken einsetzen. Beim Testen mit unseren Bewohnenden haben wir festgestellt, dass das Modell noch nicht optimal ist. Nach einer neuerlichen Anpassung haben wir das Go bekommen, dass wir für alle Bewohnerzimmer im Haupthaus einen eigenen Bloc zur Verfügung stellen können.

Beweglichkeit und Autonomie sind im Alltag wichtig

Welche Erleichterung erhoffst du dir zukünftig im Alltag?
Ich erhoffe mir, dass sich unsere Bewohnenden aktiver und autonomer im Bett bewegen können. Zusätzlich gehe ich davon aus, dass unsere Pflegenden das Hilfsmittel selbstverständlich im Alltag zur Verfügung stellen und ganz wichtig, es wird auch für uns Pflegende eine Entlastung geben. Dank der höheren Selbständigkeit unserer Bewohnenden, entlasten wir uns körperlich. Ich stelle mir vor, dass ein passendes Bewegen im Bett einen guten Start in den Tag darstellt. Der Bloc soll entlasten und die Kompetenzen aller Beteiligten erweitern. Darum haben wir für jedes Zimmer einen eigenen Bloc; denn wenn ich ihn sehe, setze ich ihn auch automatisch ein und ich muss nicht danach suchen.

Wie planst du nun die Verteilung der insgesamt 62 gelieferten Blocs im Lindenfeld?
Bevor die Blocs in allen Zimmern im Haupthaus verteilt werden, muss ich sie anschreiben. Dann werde ich sukzessive diese Blocs auf allen Wohnbereichen und in allen Zimmern zuteilen.

Wir sind ja auf dem höchsten Level (Stufe 3) von der European Kinaesthetics Association im Jahr 2025 ausgezeichnet worden. Ist diese Hilfsmittelanschaffung eine logische Konsequenz, dass wir uns auch zukünftig weiterentwickeln?
Ja, ich finde schon. Im Mittelpunkt steht die Gesundheit der Mitarbeitenden. Mit klugen Hilfsmitteln möchten wir die körperlichen Anstrengungen in der Pflege und Betreuung minimieren. Bei den Bewohnenden möchten wir die vorhandenen Ressourcen nutzen, um ihre Bewegungsmöglichkeiten beizubehalten und zusätzlich weiterzuentwickeln. Derart tragen wir dem Entwicklungspotenzial beim Bewohnenden und auch bei den Mitarbeitenden Sorge.

Kompetenzerweiterung und als lernende Organisation in Bewegung bleiben, ist eine wichtige Haltung

Was kommt nach dem Bloc? Hast du schon eine Idee oder braucht es aktuell nicht mehr?
[Lacht] Ich glaube, ich bin in nächster Zeit mit der Einführung des Blocs gut ausgelastet. Dann beobachten wir den Alltag und den Einsatz des Hilfsmittels genau. Ich möchte zunächst dieses Projekt sauber implementieren, evaluieren und dann gute Rückschlüsse ziehen. Soviel sei aber verraten: aus den Abfallteilen, die beim Zuschneiden des Blocs entstanden sind, könnte etwas Neues entstehen.

Vielen Dank, liebe Barbara! Ich bin gespannt, was du mir über den Einsatz des Blocs berichten kannst und natürlich, was da vielleicht Neues entstehen wird.

Das Gespräch mit Barbara Meier führte Simone Mayer-Jacober, Leiterin Kommunikation & Markeing