Am 5. Februar 2025 wurde Barbara Meier, Spezialistin für angewandte Kinästhetik, als Vorbereitung auf das Re-Assessment von Marcel Schlecht, technischer Leiter Kinaesthetics Schweiz, im Alltag begleitet. Das Re-Assessment findet in diesem Jahr am 1. September statt und bedeutet einen weiteren wichtigen Meilenstein für das Lindenfeld.
Während eines ganzen Tages hat Marcel Schlecht Einblicke in die aktuell entwickelten Lerngefässe, Dokumentationsmöglichkeiten und den Praxistransfer von Barbara erhalten. Durch den Austausch, die Fragestellungen und die Auseinandersetzung mit den Themen werden stets neue Möglichkeiten gefunden, um passendere Hilfsmittel und Verhaltensweisen zu entwickeln.
Anderer Blickwinkel
Der grösste Unterschied zu herkömmlichen Begleitsituationen bestand für Barbara darin, dass sie sich nicht mit der Reflektion von Fehlern befasste, sondern die Möglichkeit erhielt mit einer Fachperson direkt im Austausch die Situationen zu analysieren. Die beiden gingen gemeinsam Fragen und Antworten auf die Spur und profitierten gar von den gegenseitigen Erfahrungen. «Das war keine Prüfungssituation, sondern ein gemeinsa-mes Lernen und Entwickeln,» resümiert Barbara.
Aus ihrer Sicht sei es in diesem spezifischen Setting das Schwierigste, sich auf das Lernen einzulassen, zu merken, wo die blinden Flecken seien und welche Lernthemen im Vordergrund stehen. «Wir alle entwickeln Muster, welchen wir folgen, damit uns die Alltagsgestaltung leichter fällt. Der grösste Nutzen liegt darin sich diesen Umstand bewusst zu machen und von den Mustern anderer zu profitieren. Interessant ist dabei immer wieder, warum der andere dieses Muster als hilfreich empfindet. Also die Frage nach dem Warum,» so die Spezialistin für angewandte Kinästhetik.
Wie unterscheidet sich eine Begleitung im Fachbereich Kinästhetik?
Die Lernthemen werden durch die begleitete Person bestimmt. Barbara hat sich intensiv auf ihren Fachbesuch vorbereitet. Ihr Fokus lag auf den Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten. «Es ging nicht darum zu zeigen, was ich kann, sondern mit dem Trainer zusammen Themen zu beleuchten, die herausfordernd sind, oder die man nicht als harmonisch und rund betrachtet. Klar erhält man ein Feedback, wie man seine Arbeit gestaltet, wo man noch Anpassungen machen könnte. Doch es geht vor allem um das Thema: Wie können wir gemeinsam einen Weg finden, um die Aktivität und das gemeinsame Lernen zu gestalten. Wir entwickeln also mehr Möglichkeiten. Sehr spannend die Erkenntnis, dass wir wahrnehmen, dass die Sowohl-als-auch-Haltung dies begünstigt. Ganz im Gegenteil zu der Entweder-oder-Haltung», reflektiert Barbara Meier.
Welche Themen standen bei Dir im Mittelpunkt?
Insbesondere Fragen zur interprofessionellen Zusammenarbeit haben Barbara sehr beschäftigt – ebenso das Feedback geben und das Begleiten von Lernsituationen. Dazu wurde während der Begleitung das Lernbegleitblatt unter die Lupe genommen: Was passt und was muss verändert werden?
Barbara ist sich sicher, dass es sehr hilfreich ist, wenn eine externe Fachperson auf ihre vielfältigen Themen und Fragen schaut – denn wer kennt sie nicht, die blinden Flecken, die man im Verlauf seines Berufslebens entwickelt und die von einem kollegialen Austausch ausgemerzt werden können.
Simone Mayer-Jacober und Barbara Meier

