Herzliche Gratulation! Seit 20 Jahren prägt Sven Egger mit seinem Einsatz, Wissen und seiner Persönlichkeit das Lindenfeld. Im Interview erzählt er, welche Entwicklungen er miterlebt hat und was er sich für die Zukunft wünscht.

20 Jahre im gleichen Betrieb – was war dein erster Gedanke, als du heute Morgen das Lindenfeld betreten hast?
Ich habe Robert bei der Garageneinfahrt getroffen und wir haben über Gott und die Welt philosophiert. In keinem Moment habe ich da ans Jubiläum gedacht, erst als es zum «Znüni» ging und so viele Menschen auf mich gewartet haben.
Du bist in der Gegenwart – blicke doch mal 20 Jahre zurück. Was hat sich deiner Meinung nach in der Pflegebranche geändert? Was war für dich die prägendste Veränderung?
Die Pflege und Medizin haben sich stark entwickelt. Es gibt viel mehr Möglichkeiten und Vieles tendiert Richtung Spezialisierungen. Gleichzeitig gibt es immer weniger Menschen im Beruf und wir haben ein Nachwuchsproblem. Das führt dazu, dass vieles komplexer, schneller und herausfordernder geworden ist. Leider herrscht zwischen den verschiedenen Playern (Politik und Krankenversicherungen) eine Misstrauenskultur, was dazu führt, dass der administrative Aufwand stetig zunimmt. Dies im Irrglauben, dass somit die Qualität automatisch besser wird und man gegen alles abgesichert ist. Es gibt nicht die prägendste Veränderung. Viele kleine und teilweise grössere Veränderungen zusammen haben zum heutigen Zustand geführt. Positiv daran ist, dass bereits viele verstanden haben, dass es so nicht weitergehen kann und nach konstruktiven Lösungen gesucht wird.
Und im Hier und Jetzt: mit deiner reichhaltigen Erfahrung – wo steht die Pflegebranche?
Wow, das kann ich nicht in ein paar Worten beschreiben. Es gibt sehr viele tolle Menschen, die sich für den Pflegeberuf entscheiden und ihn entsprechend voranbringen. Mühe macht mir die Tendenz, dass der Beruf immer weniger als 24/7 Job wahrgenommen wird. Viele wollen Regelmässigkeit in den Arbeitszeiten. Auf der einen Seite verständlich, mit unserem Auftrag aber leider nicht oder nur schwer vereinbar.
Schau doch auch noch in die Zukunft: was wünschst du dir für dein eigenes Alter?
Fit und gesund zu bleiben! Bald kommt unser zweiter Enkel zur Welt und es gibt nichts tolleres als aktiv dabei sein zu dürfen und Kinder in ihrem Prozess zu begleiten. Mich und meinen Auftrag nicht allzu ernst nehmen und mir immer wieder bewusst machen, dass es viele Wege gibt, die zum Ziel führen und diese im Alltag auch zulassen zu können.


Lieber Sven, bitte vervollständige folgende Sätze:
Humor ist für mich…sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen und über möglichst viele Situation lächeln/lachen zu können.
Berufsstolz bedeutet für mich… mich täglich für das Thema und die Branche einzusetzen. Nicht müde werden das Positive zu beschreiben, im beruflichen, wie auch im privaten Bereich. Denn das Positive überwiegt nach wie vor bei weitem die negativen Aspekte.
Das finde ich cool im Lindenfeld… dass das Lindenfeld agil ist und sich immer wieder neu aufstellt. Das Lindenfeld ist durch seinen Auftrag eine einzigartige Institution und zeigt dies auch immer wieder im Alltag.
Das Gespräch mit Sven Egger führte Livia Voellmy, Mitarbeitende Interne Kommunikation und Social Media.

